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 Karpfenland
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 Fischzüchter
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“Soviel Weiher als Tage im Jahr”

   

Die Fischerei in und um Dinkelsbühl hat eine alte Tradition. Im Jahre 1550 gab es in diesem Bereich “Soviel Weiher als Tage im Jahr”. Die Anzahl von 365 Weihern hat sich im Laufe der Jahrhunderte durch verschiedene Umstände verringert - aber noch heute ist eine stattliche Anzahl an Weihern vorhanden. Vielfach findet man Flurnamen oder Namen von Waldstücken, die auf ehemalige Weiherbereiche hinweisen, z.b. Karmelitenweiher.

   

   

Bis zum heutigen Tage zählt der Dinkelsbühler Raum, neben dem Aischgrund und der Oberpfalz, zu den großen Teichgebieten in Bayern. Die von den Berufsfischern und Teichwirten auf natürliche Weise gezüchteten Fische, der “Dinkelsbühler Karpfen”, Zander, Hechte, Waller, Schleien, finden Abnehmer im gesamten süddeutschen Raum. Bis zum Jahre 1985 wurden von den Dinkelsbühler Berufsfischern Renken für den Besatz oberbayrischer Seen gezüchtet. Die Fischzucht hat im hiesigen Raum von alters her Tradition und einen hohen Stand. Anfang des 20. Jahrhunderts züchtete der aus Dinkelsbühl stammende Landesökonomierat Max Scheuermann aus der alten Landrasse heraus den “frohwüchsigen Dinkelsbühler Karpfen”.

   

   

Die Bedeutung der Fischerei in früheren Zeiten für die Stadt und ihre Bürger ist auch an den städtischen Verordnungen und aus Pachtverträgen erkennbar:        Den Fischern wurden Auflagen erteilt, dass die Fischmärkte am Dienstag und Freitag ein ausreichendes Angebot enthalten mussten, damit die Bürger geistlich und weltlich, reich und arm, versorgt werden konnten. Die Fischer waren auch vertraglich gehalten, jederzeit eine bestimmte Anzahl von “Verehrungs- und Schenkfischen” bereit zu halten. In der Polizeiordnung der Dinkelsbühler Statuten von 1738 waren die Handels- und Ausfuhrbestimmungen geregelt, zur Sicherstellung der ganzjährigen Versorgung der Bürger. Die Weiher wurden nicht nur zur Fischzucht angelegt, sie dienten auch zur Verstärkung der Befestigungsanlagen, als Trinkwasserreserve, als Tränk- und Gänseweiher, als Wasserreserve zur Brandbekämpfung und zur Nutzung der Wasserkraft. Die Wasserkraft der Mühlweiher wurde nicht alleine zum Mahlen genutzt, sie diente gleichzeitig oder ausschließlich als Kraftquelle für das Handwerk. Die Namen von Mühlweihern oft längst nicht mehr vorhandener Mühlen, erinnern noch heute an ein damals dort ausgeübtes Handwerk.